Warum es so schwer ist, den Traumpartner, die Traumpartnerin zu finden.

"Selbstinserent, zärtlich, sinnlich, aktiv, vielseitiger Unternehmer sucht begeisterungsfähige, feinfühlige, schlanke und mädchenhafte Partnerin...für eine dauerhafte, tiefgehende, romantische und erotische Zweierbeziehung..."

So oder ähnlich lauten tausende von Anzeigen. Was wir als idealen Partner, Partnerin suchen, scheint auf den ersten Blick das Ergebnis klarer Überlegungen zu sein. Aber das täuscht. Die Partnerwahl ist irrationaler als wir selbst wahrhaben wollen. Ob wir es schaffen, mit unserem Wunschpartner ein dauerhaftes "Dreamteam" bilden oder irgendwann (einmal mehr) desillusioniert werden, hängt nicht so sehr von unserem Verstand ab als vielmehr von folgenden fünf Faktoren: familiäre Prägung, persönliche Lebensgeschichte, biologische Komponenten, Gegensätze und gesellschaftliche Vorbilder.

Die fünf Schlüsselfaktoren

Die familiäre Prägung

Die Beziehung zwischen Vater und Mutter, die Rollen, die jeder Elternteil in der Familie lebt, prägen unsere Vorstellungen, von Partnerschaft und vom zukünftigen Partner. Selbst wenn wir das Verhalten der Eltern oder eines Elternteils vehement ablehnen, so sind wir nicht davor gefeit, in unserer Zweierbeziehung trotzdem in irgendeiner Form die Geschichte unserer Eltern zumindest in Teilen zu wiederholen.

Wir neigen dazu, Partner oder Partnerinnen auszusuchen, die ähnliche Verhaltensmuster zeigen, wie der Vater, resp. die Mutter. Da wir keine Alternativen kennen, gestalten wir letztlich eine Beziehung so, wie sie uns vertraut ist – auch wenn wir dadurch leiden müssen. Die familiären Prägungen bilden ein Leben lang die Grundlage für die Beziehung.

Kernfrage: Fühle ich mich in der Familie meines Partners, meiner Partnerin wohl? Gefällt mir Lebensstil, Lebensart und das soziale Klima? Passen die beiden Familienkulturen zusammen?

Wenn wir auf alle Fragen mit Überzeugung "Ja!" antworten können, dann ist ein wichtiges Element für eine gute Partnerschaft gegeben.

Persönliche Lebensgeschichte

Viele Menschen trauern ihrer ersten grossen Liebe nach und messen jeden möglichen neuen Partner an dieser oft idealisierten Erinnerung. Sie machen es damit einem neuen Partner, einer Partnerin sehr schwer, zu bestehen. Andere wiederum sind von einer gescheiterten Beziehung so enttäuscht, dass sie sich nicht zu öffnen wagen, um den bitteren Schmerz der Trennung nicht mehr erleben zu müssen.

Wenn wir unsere bisherigen Partnerbeziehungen analysieren, erkennen wir vielleicht ein bestimmtes Muster, welches wir durchbrechen sollten. Damit wir dieselben Erfahrungen nicht wiederholen, ist es gut, reinen Tisch zu machen, zu verzeihen und loszulassen. Erst wenn wir uns innerlich von den alten Lieben verabschieden, können wir offen werden für eine neue Partnerschaft.

Kernfrage: Wie verhalte ich mich in Beziehungen? Wo liegen meine Ängste und Befürchtungen? Welche Blockaden erkenne ich in mir selbst?

Die biologische Komponente

Warum uns blaue, braune oder grüne Augen, schwarze oder blonde Haare, oder – wie zum Beispiel oben in der Anzeige formuliert – mädchenhafte Figur besser gefallen, ist Ausdruck unserer Neigungen und Prägungen und ein Fakt, der nicht zu diskutieren, weil nicht zu erklären ist.

Vor zehn Jahren konnte in den USA wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass der Körpergeruch Träger von Sexuallockstoffen, sogenannte Pheromone ist, die im limbischen System unseres Hirns Sympathie oder Antipathiegefühle auslösen. Dieses Zentrum im Gehirn ist für Gefühle und Instinkte zuständig. Dort ist eine Selbsttäuschung nicht möglich. Düfte lösen Assoziationen und Emotionen aus, rufen Erinnerungen wach. Und beeinflussen auch unser Handeln, ob wir nun wollen oder nicht. Parfüm und Deos helfen da wenig. Der Geruchssinn lässt sich nicht manipulieren. Die Redewendung, jemanden (nicht) riechen können, trifft darum den Nagel auf den Kopf.

Kernfrage: Gefällt mir das Äussere meines Partners, meiner Partnerin? Liebe ich die Haut und den Duft, den sie verströmt? Berühre ich meinen Partner gerne? Habe ich es gerne wen er/sie mich berührt?

Gegensätze

"Gegensätze ziehen sich an": Immer wieder ist zu beobachten, dass sich Temperamentvolle und Gemütliche, Kopflastige und Gefühlsmenschen zusammentun, weil die Andersartigkeit des Gegenübers als faszinierend empfunden wird. Solche Verbindungen sind allerdings sehr spannungsgeladen. Frustrationen und Auseinandersetzungen sind nicht zu vermeiden. Deshalb halten Beziehungen zwischen gegensätzlichen Partnern meist nicht lang.
Ergänzen sich hingegen zwei Partner, so bereichern sie sich gegenseitig. Wie ein Orchester schaffen sie einen harmonischen Klangkörper, der zu wunderschönen gemeinsamen Erfahrungen führen kann. Zusammen sind sie mehr als die Addition der einzelnen Persönlichkeitsmerkmale. Ergänzungen gilt es oft erst zu entdecken und zu entwickeln. (siehe Test: "Wie gut passen wir zusammen?")

Am einfachsten lebt sich eine Partnerschaft, bei die Gemeinsamkeiten überwiegen. Vor allem wenn Lebensplanung, Interessen, Bildung, soziale Herkunft, Temperament und Attraktivität zusammenpassen, schafft dies Zusammenhalt. Beziehungen, die Gemeinsamkeiten zur Grundlage haben, gelten als sehr dauerhaft – können aber auch langweilig und gewöhnlich werden.

Kernfrage: Ist unsere Beziehung durch Gegensätze oder durch gegenseitiges Ergänzen geprägt? Welche Gemeinsamkeiten verbinden uns?

Gesellschaftliche Vorbilder

Gutes Aussehen, Lebensgewohnheiten und Lebensstil werden stark durch Werbung und Medien geprägt. Schauspieler, Moderatoren und Models verkörpern nicht nur das zur Zeit gültige Schönheitsideal, sondern repräsentieren auch die gesellschaftlichen Vorstellungen von zeitgemässem Lebensstil und Verhalten.

Da sich viele Menschen heute an den aktuellen Idealen der Gesellschaft orientieren, suchen sie sich Partner, die dem jeweiligen Zeitgeschmack am ehesten entsprechen. Vergessen wir dabei leicht: Schönheit vergeht – der Charakter bleibt..."

Kernfrage: Was entdecke ich hinter der attraktiven Fassade meines Partners, Partnerin? Welche charakterliche Substanz (z.B. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Treue, Teamfähigkeit, usw.) bringe ich in unsere Beziehung ein?


Und zum Schluss zum Nachdenken ein Zitat von Arthur Schnitzler:

Jede Liebesbeziehung hat drei Stadien, die unmerklich ineinander überfließen: das erste, in dem man auch schweigend miteinander glücklich ist; das zweite, in dem man sich schweigend miteinander langweilt, und das dritte, in dem das Schweigen zwischen den Liebenden steht, wie ein boshafter Feind»

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